Flying low…
Es gibt auf diesem Trip einen running gag und der hat mit dem Pfusch zu tun. Der Pfusch kommt gern ins Spiel, wenn man es mit IKEA Mobiliar zu tun hat – in unserem Fall mit ???
Na klar, dem Bett.
Nacht 4 hat es jedenfalls trotz Koffer nicht überlebt, weil auch der zweite Fuß (auf Bines Seite natürlich…) ermüdet einknickte. Das war sehr schade, da Selbige nun in die stabile Schräglage ging und nicht mehr weiterschlafen mochte.
Da dies etwa gegen 8:00, also etwa drei Stunden vor dem Aufstehen des kleinen Landlords passierte, musste der Pfusch wieder ran und mithilfe eines wirklichen Amateur-Kits von Werkzeug beide Beine wieder am Bett anbringen.
Beim Umdrehen erkannte man das schwedische Fabrikat, was sich mit einem amerikanischen Franzosen mehr schlecht als recht (literally*) wieder in die Waagerechte zwingen lassen konnte.
(*Nach einigem Hin und Her bestiegen wir in der nächsten Nacht dieses reparierte Bett wieder, bevor es dann am nächsten morgen endgültig aller seiner Beine beraubt wurde und nun tiefer gelegt die folgenden müden Reisenden sicher durch die Nacht trägt.
Flying high
Ansonsten war dies natürlich unser aufregendster Tag, weil uns Sara in einem Anflug von Wahnsinn zu Bines 50sten einen Helikopterflug geschenkt hat.
Nachdem wir uns also die Zeit bis 15:30 im Naturkundemuseum herumdümpelnd vertrieben haben sind wir dann vom Central Park wieder downtown zum Heliport geradelt und wuden dort eingecheckt. Alles sehr sehr auftegend für die Heli-Novizen.
Dann sind wir mit zwei Norwegern und zwei Österreichern in einen Heli gepackt worden und wurden beim Warten interessierten Fragen des Ordnungspersonals unterzogen – z.B. ob denn nun die Norweger gegen die Deutschen wären oder gegen die Österreicher… alle waren etwas konsterniert und nicht sehr umfassend mit ihren Antworten, aber eigentlich interessierte es auch nicht weiter, so dass man sich mit viel Hihihi und Hahaha der weiteren Unterhaltung entzog.
Vor dem Einsteigen wird man noch zum Paarphoto vor dem Helikopter gebeten, auf dem man möglichst für gewagte Posen das Herz aus der Hose (Hose!!! – für die Malmsheimer-Fans) nehmen sollte.
Und dann geht’s los.
Der Helikopter ist ein ganz zutrauliches Fluggerät, wie wir feststellen konnten.
Es war nicht sehr bockig – allerdings war auch Geburtstagskind-Wetter – und so konnten wir ohne Ängstlich- und Übelkeit den viertelstündigen Flug genießen – Bine allerdings auf dem Mittelsitz mit etwas eingeschränkter Sicht. Das kommt davon, wenn man zu dünn ist und auf diese Weise folgerichtig zwischen die schweren europäischen Gegner kommt.
Man wurde einem komplexen Anschnallvorgang unterzogen, bekam Mikeymäuse auf die Ohren, mit denen man dem Piloten, dem Funkverkehr und den Sitznachbarn lauschen konnte.
Unser Heli war Metro 7 und der Pilot führte angeregte Gespräche mit der Flugsicherung über den Verkehr (Traffic) und das Wetter (Metro*).
Wir flogen über Brooklyn, Governor’s Island, die Elli mit der Fackel und Ellis’ Island (das Internierungslager für die Immigranten, Vorbild für die bayrische Flüchtlingspolitik).
Alsbald stiegt man auf 700 m, also über die Wolkenkratzer und flog nordwärts über den Hudson bis Abtau’n um dann auf dem Rückweg rechts New Jersey’s Wolkenkratzer und niedrigen Gebäude zu beschauen, die deshalb nicht höher sind, weil der Untergrund zu morastig ist.
Auf 300 m heruntergekommen bekommt man links einen Eindruck von der Höhe der Wolkenkratzer von Downtown, also die der World Trade Centers. End of the story nach 15 aufregenden Minuten war die butterweiche Landung.
Danach sind wir erstmal runtergekommen am Battery Park, wo wir einen Kaffee am Pier 5 getrunken haben – und langsam ging dann auch die Sonne unter…
Der Beleuchter hatte wieder ganze Arbeit geleistet (flawless skies) und in der Abendsonne bietet sich ein unglaublicher Blick auf Staten Island und die Freiheitsstatue (man kann sich schon vorstellen, was für ein erhebender Anblick das für die Einwanderer im 19. Jahrhundert war…).
Wir sind dann in der Kälte noch mal am Hudson hochgeradelt, haben eine kleine erste Tour über die High Lane gemacht; ein etwa 2 km langes Stück einer ehemaligen Hochbahn, die jetzt als Fußgänger-Bereich gestaltet wurde mit Blick in allerhand Wohnungen, Lofts, Restaurants usw. usw… Diese Hochbahn ist so toll – ein weiteres Beispiel, wie die New Yorker ihre Stadt absolut lebenswert machen.
Dann mit der Metro nach Hause – wo der Landlord mit einer beeindruckenden technischen Innovation aufwartete, da er sich Gedanken über die laute Gegend und das Risiko des schlechten Schlafs der Gäste gemacht hatte. Es handelte sich um einen Kasten mit einem Lautsprecher und einer Fernbedienung, der „Tiefschlaf“ hervorrufen sollte.
Der Laie staunt, die Laiin auch – (ach Gendern ist herrlich und nicht dämlich) – war einem doch nicht klar, dass Amerika jetzt auch schon Schlafstörungen technologisch im Griff bekommen hat.
Nun denn, die technisch aufgeschlossene Reisebegleiterin entpackte die Teufelsmaschine, die durch zunächst einmal durch ihre Einfachheit bestach, mit der man die Sound-Programme
- Meeresrauschen,
- Lagerfeuer,
- Regengeplätscher,
- Zikadengezirpe,
- Stechmücken an finnischem See,
- Wind (ca. 4,5 Bf.)
- Straciatella und
- Weißes Rauschen (besonders healthy)
auswählen konnte.
Nach einem kurzen Hereinhören in die Programme entschieden wir uns für Regengeplätscher, insbesondere auch deshalb, weil wir nach dem Metro ja wussten, dass es Geburtstagswetter würde, wir dann aber hocherfreut in des/der anderen Augen schauen wollten, wenn nach dem akustischen Dauerregen sich dann doch der visuelle Flawless Sky entpuppen sollte.
Und so dämmerten wir dann ein – Deep Sleep after High Fly.
* am. für Wetter nach einer bekannten polyglotten Globetrotterin





