Tag 3 – Fahrrad fahren…

Fahrrad fahren…

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Ist ne super Sache hier, aber es gibt ein paar Dinge zu beachten:

Man sollte drauf achten, was man für ein Fahrrad bekommt. Die sind einigermaßen gut im Schuss, aber es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Ich hatte heute zwei mal eines ohne dritten Gang und dann strampelt man wie blöde hinter der Reisegefährtin her, die einem erklärt, dass sie locker nur im zweiten Gang führe. Das trägt nicht zur Zufriedenheit bei. Und auch nicht zum schnelleren Erreichen des nächsten Tagesziels.

Inzwischen sind wir bei einigen unserer Routen sicherer, z.B. vom Startpunkt in Williamsburg über die (immer vollere) Brooklyn-Bridge oder am Hudson River von DownTown nach Mid-Town (etwa Start Central Park).

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Mal im Ernst: Fahrradfahren ist super hier.
Wahrscheinlich weil die anderen Verkehrsteilnehmer einfach irgendwie rücksichtsvoller sind. Das macht es nicht minder aufregend, aber die Taxis, Trucks und Busse achten auf Fahrradfahrer.
In Deutschland wäre man in diesem Verkehr sicher nicht lange am Leben.
Alles ist hier nicht ganz so perfekt und reglementiert, aber die Leute sind einfach irgendwie lockerer drauf. Die brüllen zwar rum, aber vielleicht trägt das dazu bei, dass sie ihre Aggressivität nicht wie bei uns im Stadtverkehr auslassen…(?).

Die Suche nach der nächsten Fahrradabstellstelle (Abstellstelle ist ja ein super-Wort) ist immer wieder spannend und meistens geht auch alles klar. Nur eben das eine Mal nicht, als wir zwei Fahrräder abgaben, aber das zweite als nicht zurückgegeben im System stand. Nach einer halben Stunde im immer kälter werdenden Wind und dem ersten Anruf bei der Service-Hotline (ja telefonieren können wir jetzt auch – war gar nicht so einfach) merkten wir dann, dass das Fahrrad im Ständer nicht richtig eingerastet hatte. Der Pfusch wieder.

Don’t do: It costs you 4 $.

Sonst war’s wieder ein toller Tag: Bootsfahrt um Downtown Manhatten (das mit den Wolkenkratzern) Ellis Island (wo die Migration-Behörde war), Freiheitsstatue und wieder zurück. Super, auch unter Deck, denn es sind jetzt 4-10 Grad. Hui, it’s getting cold.

Danach kantonesisches Fast Food vor der Bühne vor dem Pier (war so ein bisschen wie Flohmarkt, Kleinkunst und gehobenes Fast Food). Super.

Weiter zur besagten Fahrradtour in Richtung Central Park, von dort auf unseren Bus gehoppt und weiter durch Uptown um den Central Park zum Guggenheim Museum.

Es war eine etwas gewöhnungsbedürftige Ausstellung von Alberto Burri zu sehen, die sich in der inneren Spirale des wunderschönen Gebäudes befand.

Eigentlich interessierte uns aber besonders die Dauerausstellung von Frank Llloyd Wright, dem Architekten, der im Buch von T.C. Boyle („Die Frauen“) .

Dabei stellten wir fest, dass Wright das Guggenheim Museum entworfen hat (ein bisschen peinlich, das erst am Ort selbst mitbekommen zu haben, aber so ist das, wenn sich Dilettanten hochkulturellen Themen nähern. War aber trotzdem beeindruckend, wie das Guggenheim dem Erbauer huldigte, es war eine Ausstellung im Keller, die man kaum fand und die Bine treffend mit den Worten beschrieb: „Na unsere Karadikkal-Ausstellung (über unser Süd-Indien-Projekt mit selbstgebastelten Postern) stellt die ja wohl in den Schatten. Nevermind: T.C. Boyles Roman ist sicher ein aufschlussreicheres Portrait.

Der letzte Teil des Abends gehört zu den düsteren Kapiteln dieser Reise:

Wir wollten italienisch essen gehen in „Little Italy“, was eine richtig schlechte Idee war. Erste Klasse Touri-Falle.
Man kennt das ja:
Draußen irgendein Lakai, der italienisch spricht und den hauchdünnen neapolitanischen Teig rühmt, Familie seit 20 Generationen in New York und „die beste Essen außerhalb von Italien“….aber… war wohl nix – Mamma Mia.
Es war wohl das schlechteste italiensche Essen innerhalb dieses Universums, Teig wie bei der Tiefkühlpizza wie eon süßer Keks, Schinkenwürfel (!!!) mit 1 cm Kantenlänge – einfach grausam und absolut ungenießbar. Und kein Handtuch dabei.

Also: Immer schön den Nepp meiden und nach originellen Restaurants in Brooklyn oder Williamsburg suchen – sie wachsen am Wegesrand, sind nicht teuer, machen viel Freude und ersparen kulinarische Grenzerfahrungen .